Fast zwei Milliarden Menschen nutzen weltweit Facebook. Davon haben wahrscheinlich über 90 Prozent schon einmal auf den «Like»-Button geklickt. Dass man diesen nicht allzu fahrlässig einsetzen sollte, zeigt nun die Geschichte eines 45-jährigen Zürchers: Dieser hat acht Beiträge geliket, die Erwin Kessler vom Verein gegen Tierfabriken (VgT) wegen seiner Kritik am Schächten als Rassisten und Antisemiten darstellen. Auch wird Kessler in besagten Posts mit Holocaust-Leugnern und Neonazis in Verbindung gebracht. Zu viel für Kessler: Er verklagt den Veganer wegen übler Nachrede.

Nun fordert die Staatsanwaltschaft eine bedingte Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu 100 Franken, also 8000 Franken sowie eine Fix-Busse von 1000 Franken. Anwalts- und Untersuchungskosten sollen ebenfalls zu Lasten des Angeklagten fallen. Dieser und sein Anwalt plädieren indes auf Freispruch.

Der Veganer ist übrigens kein Einzelfall: Es sind bereits ca. weitere 40 Verfahren betreffend einem guten Dutzend Personen eingeklagt worden. Affaire à suivre.

​Aber wie schützt man sich beim Liken oder Kommentieren? Rechtsanwalt Martin Steiger, Spezialist für das Recht im digitalen Raum, sagt gegenüber dem «Tagesanzeiger»: «Die alte Lebensweisheit: Zuerst denken, dann klicken. Auch Lehrer und Richter dürfen sich laut Steiger auf Facebook positionieren, sie müssten verstehen, wie Social Media funktioniert. Heikel könne es aber werden, wenn beispielsweise ein Priester die Homepage eines Sexclubs liket.