Eisbären, Gorillas, Pandas – sie alle gehören zu den «bedrohten Arten». Dass allerdings auch die Population des Feldhasen, des Spatzes und des Europäischen Eichhörnchens immer mehr zurück geht, das ist den Wenigsten bewusst.

Forscher der Stanford Universität und der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko haben jetzt in einer Studie 27’6000 Wirbeltierarten untersucht. Das Ergebnis: Es sind viel mehr Arten vom Aussterben bedroht, als bisher angenommen. Und selbst bei weit verbreiteten Tieren, die nicht auf der Roten Liste der IUCN stehen, also nicht als vom Aussterben bedroht gelten, geht die Population sehr stark zurück.

Der Schwund von Wirbeltier-Arten ist extrem hoch – sogar bei ‹wenig gefährdeten Arten›.

Grosses Artensterben hat bereits begonnen

Laut den Forschern steht das sechste grosse Massen-Aussterben nicht nur bevor, es hat bereits begonnen. Sie haben 177 Arten von Säugetieren in den Jahren 1900 bis 2015 untersucht. Fast die Hälfte der Arten sind in ihrer Population über 80 Prozent geschrumpft.

Die einst grosse Population von Löwen auf unserer Erde hat sich drastisch reduziert. (Pixabay)

Das letzte grosse Artensterben gab es vor rund 65 Millionen Jahren – als die Dinosaurier verschwanden. Seither starben immer wieder Arten aus, was vollkommen natürlich ist. Bei einem Massensterben geht das allerdings viel zu schnell: Drei Viertel aller Arten sterben in kurzer Zeit aus. Eine Erneuerung der Vielfalt dauert danach Millionen von Jahren. Insgesamt seien rund 50 Prozent der Arten, die auf der Erde lebten, bereits ausgestorben.

Ausserdem hat ein Artensterben einen gravierenden Einfluss auf unserem Umwelt: Das Ökosystem kommt durcheinander, Pflanzen sterben ebenfalls aus und das alles betrifft dann auch den Menschen.

Der Berggorilla zählt zu den am stärksten vom Aussterben bedrohten Affen weltweit: Nur noch etwas mehr als 700 Tiere gibt es. (Pixabay)

Der Mensch ist schuld

Viele Gründe für das Massensterben sind laut der Studie klar durch den Menschen verschuldet: Umweltverschmutzung, Klimawandel, Überbeanspruchung der natürlichen Ressourcen und die menschliche Überpopulation.

Aber es scheint noch nicht zu spät. 20 bis 30 Jahre haben wir noch, um etwas zu ändern und all die Tiere, die Erde und uns selbst vor dem Artensterben zu bewahren. Allerdings müsste rasch gehandelt werden.