Nicht nur die Meere leiden unter massiver Plastikverschmutzung, sondern auch unsere heimischen Flüsse und Seen. Um erstmals herauszufinden, wie stark Aare, Rhein und Zürichsee im Müll baden, haben mehrere Umweltorganisationen die Aktion Swiss Litter Report ins Leben gerufen.

Registrieren und entsorgen

An landesweit über 50 See- und Flussufern wollen Freiwillige ein Jahr lang jeden Monat Müll sammeln. Mithilfe der Gratis-App «Marine Litter Watch» tragen sie die gefundenen Abfälle vor dem Entsorgen in verschiedene Müll-Kategorien ein. So sollen erstmals verlässliche Daten über die Plastikmüllbelastung unserer Gewässer geschaffen werden.

Die Daten alleine sind aber nur Mittel zum Zweck: «Wir schaffen damit ein Instrument, das uns erlaubt, Massnahmen von Politikern und Bürgern zu fordern, um die Plastikverschmutzung endlich einzudämmen und idealerweise ganz zu verhindern», schreiben die engagierten Schweizer auf der Webseite.

Zwei Wochen für CHF 17’500

Eine Hürde muss der Swiss Litter Report aber noch nehmen - eine finanzielle. Zwar kann die Studie dank 100 Freiwilligen und die Nutzung einer Gratis-App zu einem Bruchteil der Kosten einer normalen Erhebung durchgeführt werden. Für anstehende Aufgaben wie die Ausbildung der Freiwilligen, Transporte und Kommunikation beispielsweise fehlen aber noch rund CHF 17’500. Hierzu läuft ein Crowdfunding, welches in wenigen Tagen ausläuft.

facts & figures

Filmvorführung «A Plastic Ocean» Am Freitag um 19 Uhr läuft an der Zürcher Hochschule der Künste der Dokumentarfilm «A Plastic Ocean» an – ein Streifen, der als Dokumentation über Wale geplant war, dann aber zu einem gleichermassen abenteuerlichen wie erschreckenden Film über die Plastikverschmutzung im Ozean wurde.

STOPPP (Stop Plastic Pollution) Die Veranstaltung wird präsentiert von der Organisation STOPPP, die sich neben anderen Umweltorganisationen am Swiss Litter Project beteiligt. Gabriele Kull von STOPPP sagte im Interview mit Radio Energy über ihre Motivation: «Wir wollen etwas zeigen, was eigentlich unsichtbar in den Weltmeeren liegt.»