Es ist ein sonniger Nachmittag in einem Restaurant am See der lebendigen Zürcher Gemeinde Stäfa. Plötzlich beginnen sämtliche Gäste zu applaudieren. Nicht etwa, weil man sich kollektiv über das gute Essen gefreut hätte – nein, der Grund ist ein ganz anderer: Auf dem Zürichsee «hornte» gerade ein Schiff.

Aber der Reihe nach: Auf dem Zürichsee existiert ein «Hornverbot» – mit Ausnahme von «Notfallsituationen». Die Regelauslegung studierten Anwohner so genau, dass sie sich umgehend über zu lautes, für ihr Dafürhalten ausschliesslich spassbasiertes und folglich unnötiges Schiffshupen (bei Ankunft und Abfahrt der Schiffe) echauffierten. Ein Exponent der besagten Anwohnerschaft, ein ganz speziell frustrierter Lärmgeplagter, macht nun richtig ernst und geht in Eigenregie auf die Barrikaden. Heisst: Er zeigt Schiffskapitäne, die für sein Gefühl auch in «Nicht-Notfallsituationen» hornen, kurzerhand an. Dies wiederum missfällt der sich mit den Kapitänen solidarisierenden Bevölkerung in Stäfa. So sehr, dass in Restaurants nahe dem See nun jedes Mal geklatscht wird, wenn ein Schiff hornt.



Die Szenerie an der Zürcher Goldküste zeigt eindrücklich: Der Bünzli lebt. Und zwar mehr denn je. Kannte man ihn bis anhin eher aus Situationen, in denen er Jugendliche aus dem Fenster heraus auf Lärmemissionen aufmerksam macht, erweitert er nun seinen Wirkungskreis und nimmt auch Gewässer ins Visier. Hello First-World-Problems. Fortsetzung folgt – garantiert.