​Die Miss-America-Wahl stellt die Welt der Schönheitswettbewerbe mit einer grossen Ankündigung auf den Kopf: «Wir wechseln unsere Bikinis gegen eine neue Ära. #byebyebikini» postet die Organisation auf Facebook.

Von nun an soll nicht mehr das Aussehen der Kandidatinnen beurteilt werden, schreibt der Veranstalter in einer Mitteilung. Statt der Bademoden-Präsentation sollen die Kandidatinnen über ihre Ziele und Dinge sprechen, die sie bereits erreicht haben.

Und auch im Abendmodenteil der Show soll es in diesem Jahr anders zu gehen: «Die Kandidatinnen werden jetzt die Freiheit bekommen, ihr Selbstbewusstsein in Abendkleidung ihrer Wahl nach aussen zu tragen und darüber sprechen, wie sie ihre Bemühungen im sozialen Bereich vorantreiben wollen», schreibt der Veranstalter.

Wir sind keine Schönheitswahl mehr.

Gretchen Carlson, Kuratoriumsvorsitzend

Gretchen Carlson, Vorsitzende der Organisation und selbst ehemalige Miss America, erklärt den wichtigen Schritt: «Wir erleben eine kulturelle Revolution in unserem Land. Frauen finden den Mut, aufzustehen und sich in vielen Bereichen Gehör zu verschaffen. Miss America ist stolz, sich als Organisation weiterzuentwickeln und dieser Bewegung anzuschliessen.»

Auch innerhalb der Miss-America-Organisation hatten sich in den letzten Monaten Frauen Gehör verschafft: Im Dezember wurde Sam Haskall, ehemaliger Chef der Organisation, wegen eines Skandals suspendiert. Er hatte sich in E-Mails beleidigend über Aussehen, Gewicht und das Sexleben ehemaliger Gewinnerinnen der Wahl geäussert. Daraufhin hatten viele der Missen seinen Rücktritt gefordert.

facts & figures

Miss America
Die Miss America wird seit 1921 jährlich gewählt. Seit 1989 ist gemeinnütziges Engagement eine Voraussetzung für alle Kandidatinnen. Das neue Leitbild der Organisation lautet «Grossartige Frauen auf die Welt vorbereiten und die Welt auf grossartige Frauen vorbereiten.»