Am Sonntagabend wurden in Beverly Hills zum 74. Mal die Golden Globe Awards verliehen. In aller Munde sind einen Tag nach der Award-Show aber nicht die jungen Gewinner wie Emma Stone (Beste Hauptdarstellerin - Musical oder Komödie) oder Casey Affleck (Bester Hauptdarsteller - Drama), sondern ein alter Hase in Hollywood: Meryl Streep. Die Schauspielerin wurde für ihr Lebenswerk ausgezeichnet und hielt eine emotionale Rede, als sie den Preis entgegennahm.

Eigentlich ist die Zeit für Dankesreden bei den Golden Globes beschränkt, durchschnittlich dürfen Gewinner 1:30 Minuten sprechen. Streep allerdings hatte beinahe sechs Minuten lang etwas zu sagen. Und das nicht über ihr Leben oder ihre Karriere. Stattdessen nutzte sie die grosse Bühne für einige gesellschaftliche und politische Dinge, die ihr am Herzen liegen.

Streep thematisierte die momentan auf der ganzen Welt hochaktuelle Thematik von Emigranten, Flüchtlingen und Ausländern: “Hollywood ist voll von Aussenseitern und Ausländern und wenn wir sie alle wegschicken, dann können wir nur noch Football und Mixed Martial Arts schauen.”

Und vor allem der neu gewählte Präsident der USA, Donald Trump, bekam in Streets Rede sein Fett wett. «Eine Performance in diesem Jahr hat mich sprachlos gemacht. Und nicht, weil sie gut war.» Dann erzählt Streep von einer Rede, in der Trump sich über einen Journalisten mit Beeinträchtigung lustig machte: «Es war der Moment, in dem die Person, die auf dem meist respektierten Stuhl unseres Landes sitzen soll, einen behinderten Reporter nachahmte, jemanden, dem er in Privileg, Macht und der Fähigkeit, sich zu wehren, überlegen war. Es hat mir das Herz gebrochen, als ich es gesehen habe und ich bekomme es noch immer nicht aus dem Kopf. Weil es kein Film war. Es war das echte Leben», so Streep. «Wenn die Mächtigen ihre Position benutzen, um andere zu tyrannisieren, dann verlieren wir alle.»

Streeps Worte begeisterten die Anwesenden im Saal und beschäftigen jetzt das gesamte Netz.

Aber nicht alle Reaktionen auf die Rede sind positiv, einige User scheinen von politischen Statements aus Hollywood-Mündern einfach nur noch genervt.

Inzwischen hat sich auch Donald Trump, der ja bekanntlich äusserst aktiv auf Twitter ist, zu Streeps Rede geäussert.