​Der kanadische Fotograf Benjamin von Wong fotografiert Meerjungfrauen. Das Ergebnis sind nicht nur umwerfende Bilder, obendrauf gibt es auch noch eine eindrückliche Botschaft. Denn wenn man genau hinschaut, erkennt man, in was die mystischen Wesen da eigentlich schwimmen - nämlich in Plastikflaschen. «10’000 Plastikflaschen, eine Meerjungfrau und ein einziger Wunsch», so schreibt von Wong auf seinem Blog von dem Fotoshooting.

Sein Wunsch ist es, etwas gegen die Verschmutzung der Weltmeere durch Plastik zu tun. Denn Plastikflaschen brauchen ungefähr 450 Jahre, bis sie vollständig abgebaut sind. Das heisst, alle Plastikflaschen, die je hergestellt wurden, existieren noch heute. Und wenn es mit der Produktion und der Wegwerfkultur so weitergeht, dann werden im Jahr 2050 mehr Plastikflaschen in unseren Meeren herumschwimmen als Fische.

Von Wong wollte dieses wichtige Thema auf den Tisch bringen und zwar so, dass die Leute es wahrnehmen, aufnehmen und teilen. Ein Meer aus Plastikflaschen ist zwar einzigartig und traurig, aber für den Fotografen nicht genug. Von Wong wollte etwas Interessantes, etwas Schönes in den Bildern, das den Ozean repräsentiert. Und hier kommen die Meerjungfrauen ins Spiel.

Damit das Projekt umgesetzt werden konnte, besorgte der Fotograf 10’000 leere Plastikflaschen, die alle von ihren Etiketten befreit, gereinigt und nach Farbe sortiert werden mussten. Dafür bekam von Wong von allen Seiten Unterstützung: Eine Lagerhalle wurde kostenlos für das Shooting zur Verfügung gestellt, Freiwillige kamen in Scharen um die Flaschen zu reinigen und die Mutter eines Freundes schneiderte das märchenhafte Meerjungfrauenkostüm.

Das Ergebnis sind umwerfende Bilder, die zum Nachdenken anregen. Ziel erreicht.

Im Zuge der Aktion hat von Wong ausserdem eine Petition mit dem Namen Mermaids Hate Plastic gestartet, die bewirken soll, dass Plastikflaschen statt weggeworfen recyceled und wiederverwendet werden.

Die Vorbereitungen und das Shooting gibt’s auch im Video.