​Frauen haben in Saudi-Arabien kaum Rechte. Sie dürfen nicht Autofahren oder in der Öffentlichkeit Sport treiben. Nicht ohne männliche Begleitung reisen, nicht ohne männliche Zustimmung arbeiten oder heiraten. Und sie dürfen nur komplett verschleiert in die Öffentlichkeit.

Das Musikvideo «Hwages» des saudi-arabischen Künstlers Majed Alesa stellt sich jetzt gegen diese Freiheitsberaubungen. Es beginnt in einem Auto. Auf der Rückbank sitzen Frauen, im Fahrersitz ein Junge. Die Botschaft ist klar: Sogar kleine Jungs haben in Saudi-Arabien mehr Rechte als erwachsene Frauen. Aber die Frauen im Video befreien sich, sie tanzen in der Öffentlichkeit, skaten und spielen Basketball. Sie sind zwar immer noch verschleiert, aber unter ihren langen, schwarzen Gewändern tragen sie bunte Kleider. Die Männer, die mit erhobenem Finger vor ihnen stehen, ignorieren sie einfach. Sie rebellieren.

«Mögen alle Männer ausgelöscht werden. Sie machen uns psychisch krank», singen sie und sprechen damit wohl mehr Frauen aus der Seele, als es vielen saudi-arabischen Männern lieb ist. Denn auch in den sozialen Medien werden die Frauenstimmen immer lauter und fordern mehr Rechte. Die Facebook-Seite Saudi Women To Drive fordert, dass Frauen Auto fahren dürfen. Und unter dem Hashtag IAmMyOwnGuardian sprechen sich zahlreiche Frauen und auch Männer auf Twitter für Frauenrechte aus und erzählen ihre Geschichten.

Der virale Erfolg von «Hwages» knüpft genau dort an und zeigt, dass die weiblichen Forderungen nach Freiheit und Eigenbestimmung lauter werden. Denn das Video wurde erst kurz vor Weihnachten auf YouTube geladen und hat bereits über 2,5 Millionen Klicks. Die saudi-arabischen Behörden haben bisher nicht reagiert.