Verblüffend ähnlich sehen die Fleisch- und Nicht-Fleischprodukte in den Supermärkten aus. Aber nicht nur Formen und Farben machen die Produkte aus, sondern auch ihre Namen. Und über die wird immer wieder heftig diskutiert. Darf ein veganes Rinderfilet «Rinderfilet» heissen und ist es legitim, eine Vegi-Cervelat «Cervelat» zu nennen?

Nein, meint Ruedi Hadorn, Direktor des Schweizer Fleisch-Fachverbands (SFF) gegenüber Energy: «Wer sich vom Fleischverzehr distanzieren will, der soll das konsequenterweise auch mit eigenen Namenskreationen machen. Man soll sich nicht auf der Lorbeere einer Branche ausruhen, von der man sich ganz klar differenzieren will».

Anders sieht das der Tibits-Mirgründer Reto Frei: «Ich finde es schwachsinnig. Eine Wurst muss nicht unbedingt Fleisch enthalten. Das Wort Wurst stammt aus dem Dänischen. Es bedeutet so viel wie “gestopftes Kissen”. Ob dieses Kissen jetzt mit Fleisch oder Tofu und Gemüse gefüllt ist, ist egal. Vergleichbar ist das Thema mit einem Auto: Das muss nicht unbedingt mit Benzin, sondern kann auch mit Strom betrieben werden».

In diversen Debatten über das Lebensmittelrecht macht sich der Verband SFF jetzt stark für schärfere Regeln – bislang aber vergebens. Eine nächste wird bestimmt folgen. Die Wichtigkeit dieser Diskussion kann indes definitiv in Frage gestellt werden…