In China können betrogene Ehepartner die Firma Weiqing engagieren, um den Liebhaber des Ehepartners loszuwerden. So tat es beispielsweise Frau Wang, wie sie der «New York Times» berichtete.

Sie wusste, dass ihr Mann eine Affäre hatte, traute sich aber nicht, sich scheiden zu lassen. Eine Scheidung bedeutet in China nämlich oftmals den sozialen und finanziellen Ruin einer Frau.

Deshalb heuerte Frau Wang eine «Affären-Jägerin» des Unternehmens Weiqing an. Übersetzt bedeutet «Weiqing» - ironischerweise - «Beschützer der Gefühle». Die Angemietete gewann das Vertrauen der Affäre und brachte sie innerhalb von zwei Monaten dazu, die Liebschaft zu beenden, indem sie sie überredete einen höher bezahlten Job in einer anderen Stadt anzunehmen. «Mir ist egal, wie diese Frau jetzt lebt, ich bin nur froh, meinen Mann wieder zu haben», erzählte Wang der New York Times.

Für die ungewöhnliche Dienstleistung bezahle man zwischen 400’000 und 500’000 Yuan – umgerechnet sind das etwa 58’000 bis 73’000 Schweizer Franken.

Die Jagd auf die Liebhaberinnen sei immer unterschiedlich und eine teure Angelegenheit, wie eine Jägerin der «South China Morning Post» mitteilte. Die Spezialisten seien oftmals gezwungen, ähnlich teure Unterkünfte oder Schmuck und Kleidung wie ihre «Opfer» zu erwerben, um eine tiefe Freundschaft imitieren zu können. Sie würden in die Privatsphäre einer nichtsahnenden Person eindringen, indem sie diese vermeintlich zufällig in ihrem alltäglichen Leben treffen - zum Beispiel im Park, bei der Arbeit oder im Supermarkt. Die gesamte Beziehung basiere auf Täuschung und Betrug mit dem Ziel, die Affäre von einer Trennung zu überzeugen. Die Jägerinnen würden den Liebhaberinnen manchmal sogar eine neue Beziehung suchen, um sie auf eine andere Art glücklich zu machen.

Das Ziel der Firma ist, laut ihrem Gründer Shu Xin, Scheidungen vorzubeugen. Wird dies nicht erreicht, zahlen sie den gesamten Betrag wieder an die Kundinnen zurück. Laut Xin retten sie etwa 5’000 Ehen pro Jahr, was bei 300 angestellten Agentinnen utopisch scheint. Bei den Moralvorstellungen der Firma überrascht diese Behauptung aber wenig.