Eine der bekanntesten Apps unserer Zeit ist definitiv Tinder. Einmal nach rechts wischen, einmal nach links. Und zwei Minuten später hat man schon wieder vergessen, wen man da eigentlich «weggewischt» hat. Wie so vieles in unserer schnelllebigen Welt.

Genau dieses Thema hat die Künstlerin Ji-Yeon Kim aus Südkorea, die mittlerweile in Berlin lebt, in ihrem Kunstprojekt «City of Singles – Portraits of Tinder» thematisiert.

Die 31-Jährige hat die Menschen, die sie normalerweise wegwischen würde, auf die Leinwand gebracht. Mit Acrylfarbe hat Ji-Yeon Kim die Tinder-Bilder dieser Menschen porträtiert und damit zum Hinschauen aufgefordert.

“Gabby, 30” by Jiyeon Kim

Die gemalten Bilder sollen als eine Art Pausenknopf für die Gesellschaft fungieren und zum Nachdenken anregen. Und die Frage aufwerfen, wie unsere Umwelt eigentlich aussieht: Aus was besteht meine Umwelt? Gefällt sie mir? Wenn nicht: Was muss ich ändern, damit mir mein Lebensraum gefällt?

“Daniel, 30” by Jiyeon Kim

Die Ausstellung besteht zurzeit aus 50 Bildern, es sollen jedoch noch mehr werden. Wenn dein Profil-Foto also jetzt oder in ferner Zukunft in Berlin in einem Museum hängen sollte, dann gehörst du zu denen, die nach Links gewischt wurden.

“Annabel, 22” by Jiyeon Kim