Badi. Es liegt nicht an dir. Es liegt an mir. Ich bin eine Frau, und hin und wieder habe ich etwas an mir zu meckern. Beim Badi-Besuch häufen sich meine Unsicherheiten. Vor allem wenn der Sommer erst begonnen hat, die Haut noch blass ist und man sich das «Umeblüttle» noch nicht gewohnt ist. Und ich sag dir auch, wieso.

Es ist 28 Grad heiss. Sonne, Hitze, Schweiss. Hunderte nackte Bäuche und Beine zusammengepfercht auf dem scheinbar einzigen Fleck in der Stadt, an dem man baden kann. Ich setze mich auf den letzten freien Flecken Wiese, ziehe mein Kleid aus und lege mich auf den Rücken die Beine angewinkelt.

Unbequem oder Chääs-Plätzli

Ich würde meine Beine lieber ausstrecken, aber der tägliche Griff zum Bikini und somit zum Rasierer irritiert meine Haut so sehr, dass ich diese Zone lieber bedecken will. Zudem wirkt mein Bauch flacher und meine Oberschenkel sehen schmaler aus. Wenn ich auf der Seite liege, hängt der Bauch runter und auf dem Bauch fühle ich mich wie ein unförmiges «Chääs-Plätzli».

Das Füdli-Problem

Beim Auftragen der Sonnencreme fühle ich mich peinlich berührt, wenn ich mir auf meinen Knien mein Füdli einreibe. Ich reibe schneller, was das Ganze nicht besser macht. « «Wobble-dy wobble-dy wa wobble wobble», würde Nicky Mianj rappen. Allgemein ist es eher unangenehm, sich in der Badi ans Hinterteil zu fassen. Aber was soll man denn tun, wenn der Slip im Schlitz hängt?

Immer beissen, nicht lutschen!

Ich brauche Wasser. Erstmal trinken – im Schneidersitz. Nicht gerade vorteilhaft: Die gepressten Oberschenkel, die pickelige Leistengegend und oh, natürlich die Fettringe am Bauch werden zur Schau gestellt. Glacé nehme ich trotzdem. Winnetou. Wieso muss es die Form eines Gemächts haben?! Lebensmittelindustrie, du Luder. Einfach nicht daran lutschen, Mädels. Immer schön abbeissen.

Nippels out, und andere Sachen.

Und dann ins Wasser. Aber zuerst die Vorkehrungen treffen. Ich zupfe an mir rum und stelle sicher, dass trotz ultra-knappem Bikini alle primären und sekundären Geschlechtsteile abgedeckt sind, was nicht ganz einfach ist. Aber hey: Was soll man denn sonst anziehen, wenn man an seinem Mocca-Teint arbeiten will?

Wenn Wasser auf Haare trifft

Mit jedem Schritt in Richtung Wasser merke ich, wie es an mir schwabbelt. Wetten, die ganze Welt schaut gerade auf meine Problemzonen? Die Angst vor Wespen und Bienen in der Wiese lenkt mich wenigstens von den Blicken ab. Schrittchen für Schrittchen gehe ich ins viel zu kalte Wasser. Schön langsam, damit die Haare nicht nass werden. Denn geglättete Haare vertragen sich nicht mit Feuchtigkeit und meine Eitelkeit nicht mit meinem Naturhaar. Alle Bemühungen bringen natürlich nichts, da immer irgendein Vollidiot neben mir ins Wasser springt oder mich anspritzt. Wenigstens bin ich nicht ausgerutscht wie der Typ hinter mir.

Ach Badi.

Ich weiss, ich bin nicht einfach. Du aber auch nicht.