Der Aufruf fürs Baby ist rührend: Raphael Brinkert, ein Vater aus Hamburg, der selbst einen Bub mit Down-Syndrom hat, wollte verhindern, dass das Kind fremder Eltern ins Heim muss. Er erzählte in einem öffentlichen Post die Geschichte des Kindes und rief Paare dazu auf, sich für die Adoption des Babys zu melden. Innert kürzester Zeit erhielt er tausende Benachrichtigungen von Paaren, die den kleinen Sprössling bei sich aufnehmen wollten.

Raphael Brinkert suchte via Facebook Adoptiv-Eltern für ein Baby mit Down-Syndrom. (Twitter/Raphael Brinkert)

Der Post, der inzwischen nicht mehr für die Öffentlichkeit sichtbar ist, wurde innert drei Tagen rund 5000 Mal geteilt. Bis jetzt haben sich über hundert junge Paare bereit erklärt, das acht Monate junge Baby bei sich aufzunehmen. Auch aus dem Ausland kamen laut Behördenangaben Anfragen, wie das Hamburger Abendblatt schreibt. In einem weiteren Post vom Montag bedankt sich Raphael Brinkert bei all jenen, die dem kleinen Racker mit ihrer Unterstützung helfen wollen.

Trotz der grossen Hilfsbereitschaft konnte bis heute jedoch noch keine neue Familie gefunden werden. Zurzeit befindet sich der im Januar geborene Junge in einem Hamburger Spital.

Wer ein Kind mit einer Behinderung adoptieren will, muss hohen Anforderungen gerecht werden. (Pixabay)

Um ein junges Kind adoptieren zu können, muss ein Paar nämlich gewissen Ansprüchen genügen. So muss es bereits verheiratet sein. Weiter müssen beide Ehepartner mindestens 25 und 21 Jahre alt sein.

Auch ein gewisses Lohnniveau und ein passender Wohnraum, persönliche Reife, Empathie und Problembewusstsein müssen zukünftige Eltern mitbringen. Zudem hat sich mittlerweile herausgestellt: Die Eltern des Kindes haben den Kleinen noch gar nicht zur Adoption freigegeben. Der Facebookpost war wohl etwas voreilig.